> zur Startseite


Die Entwicklung zum Arbeitskreis Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald

 

Von der Sammlung zum Regionalmuseum

 

Seit 1966 veranstaltet der Reichelsheimer Museums-Arbeitskreis während der Michelsmarkttage eine Bilderausstellung mit Motiven aus Reichelsheims Vergangenheit. Diese Ausstellung hatte von Anfang an einen regen Zuspruch in der Bevölkerung gefunden und ist so ein Teil des Michelsmarktes geworden, der nicht mehr wegzudenken ist.

 

Die Anfänge

 

Im Jahr 1965 hatte Friedrich Dingeldein die Idee, Bilder und Gegenstände aus vergangenen Zeiten zu sammeln und so der Nachwelt einen Einblick vom Leben und Treiben der Menschen aus diesen Zeiten zu ermöglichen. Für seine Idee gewann er die Lehrer Friedel Volk und Rolf Hofferbert, die begeistert bei dieser Sache mitwirkten. Die gesammelten Gegenstände sollten den Grundstock zu einem eventuell zu errichtenden Heimatmuseum bilden. Gemeinsam wurden die Zielsetzungen ausgearbeitet sowie Pläne erstellt, um diese Ziele zu erreichen.

 

Da man für dieses Unterfangen noch weitere Helfer mit möglichst viel Freizeit benötigte, kam man auf die Idee, Pensionäre als Mitarbeiter zu gewinnen. Mit großem Eifer gingen die Leute ans Werk. Folgende Personen gehörten zum Gründungsausschuss oder stießen kurz danach dazu:

Friedrich Dingeldein, Friedel Volk, Rolf Hofferbert, Georg Dingeldein, Adam Germann, Franz König, Hans-Peter König, Gunnar Kohl, Albert Lannert, Valentin Quick, Karl Roth, Georg Steiger, Philipp Volk 3. und Horst Wendel.

 

Im Frühjahr 1966 wurde die Reichelsheimer Bevölkerung schriftlich aufgerufen, alte Bilder und Gegenstände zur Abholung bereit zu stellen. Innerhalb kurzer Zeit kam so eine beträchtliche Anzahl von Dingen zusammen, die man als den Grundstock für die Bildersammlung und das heutige Museum bezeichnen kann.

 

In der Anfangszeit musste auch ein Name für dieses Unternehmen gefunden werden. In der Gründungsversammlung 1966 einigte man sich auf die Bezeichnung „Kommission ALT REICHELSHEIM“. Der Initiator dieses Unternehmens, Friedrich Dingeldein, übernahm den Vorsitz, den er allerdings nach kurzer Zeit in jüngere Hände legte. Rolf Hofferbert wurde zum 1. und Friedrich Volk zum 2. Vorsitzenden gewählt.

 

 

Mitglieder der „Kommission ALT REICHELSHEIM“ während der Bilderausstellung 1966 (v. l. n. r.): Initiator und erster Vorsitzender Friedrich Dingeldein, Karl Roth, Georg Dingeldein, Rolf Hofferbert, Friedrich Volk, Georg Steiger, Franz König

 

Da man damals noch keine geeigneten Räumlichkeiten zur Aufbewahrung der Gegenstände hatte, wurden diese auf dem Dachboden der Reichenberg-Schule gelagert und zu jeder Ausstellung vor dem Michelsmarkt in die Schulturnhalle hinunter getragen.

 

Die gesammelten Gegenstände wurden nun beschriftet, nummeriert und katalogisiert, allerdings noch nicht nach dem heutigen System. Man einigte sich dann auch, die erste Bilderausstellung während der Michelsmarkttage 1966 durchzuführen. Dieser Termin schien deshalb besonders geeignet, weil zum Michelsmarkt zahlreiche ehemalige Reichelsheimer zu ihren Verwandten und Bekannten in die frühere Heimat kommen und gewiss ein Interesse an alten Dingen zeigen würden. Diese Annahme erwies sich als richtig, wie die späteren Erfolge bewiesen.

 

Zum Michelsmarkt 1966 war es dann soweit, dass man die erste Ausstellung in der Turnhalle der heutigen Reichenberg-Schule durchführen konnte. Was anfangs mehr als ein Experiment gedacht war, entwickelte sich zu einer bleibenden Einrichtung als ein Teil des Michelsmarktes.

 

Die Entwicklung bis 1996

 

1966, im ersten Jahr wurden nicht nur Bilder ausgestellt, sondern alle Gegenstände, die bisher von der „Kommission ALT REICHELSHEIM“ gesammelt worden waren. Dieses Nebeneinander von Bildern und Gegenständen aus vergangenen Zeiten wurde bis zur Errichtung des Heimatmuseums im Jahre 1976 beibehalten.

 

1968 wurde ein Fotowettbewerb unter dem Motto „Reichelsheimer Motive“ veranstaltet, bei dem die besten Bilder prämiert wurden. Zahlreiche Bilder des Wettbewerbs wurden von der „Kommission ALT REICHELSHEIM“ übernommen.

 

1975 begannen die konkreten Vorarbeiten zur Eröffnung eines Heimatmuseums. Die „Kommission ALT REICHELSHEIM“ bildete einen „Museumsausschuss“. Alle Einwohner von Reichelsheim mit den inzwischen eingemeindeten Ortsteilen wurden aufgerufen, sich an den Arbeiten zu beteiligen und Gegenstände sowie Bilder für das Museum zur Verfügung zu stellen.

 

Im Februar 1976 wählte die „Kommission ALT REICHELSHEIM“ Wolfgang Schwinn zu ihrem Vorsitzenden und gab sich den Namen „Arbeitskreis Heimatmuseum Reichelsheim“. Nach vielen Stunden freiwilligen Arbeitseinsatzes der Mitglieder des Arbeitskreises konnte am 21. August 1976 mit den schon vorher gesammelten Möbeln, Gegenständen und Gerätschaften das Heimatmuseum Reichelsheim durch Bürgermeister Born offiziell eröffnet werden. Seit dieser Zeit stellt der Arbeitskreis zum jährlichen Michelsmarkt nur noch seine Bilder unter dem Titel „Alt Reichelsheim“ aus.

 

Laufend kamen neue Bilder zu der Sammlung hinzu, sodass von 1978 an nicht mehr sämtliche Bilder während der Michelsmarkttage gezeigt werden können. Es wurde eine Auswahl getroffen, wobei die nicht gezeigten Bilder für das folgende Jahr ausgewählt wurden.

 

Durch eine Sonderausstellung im Museum über den Maler Lothar Menneken, der in Reichelsheim gewohnt hatte, gelangten 1981 zahlreiche neue Bilder in die Sammlung „Alt Reichelsheim“. Seinen damals gemalten Motiven wurden aktuelle Fotografien gegenübergestellt.

 

Um eine größere Anzahl von Bildern während einer Ausstellung zeigen zu können, wurde 1983 ein neues System von Stellwänden beschlossen und im Jahre 1984 zum ersten Mal mit Erfolg ausprobiert.

 

1984 war das Buch „Reichelsheim in alten Ansichten“ von Wolfgang A. W. Kalberlah mithilfe der Bildersammlung fertig gestellt und veröffentlicht worden. Ausschnitte daraus waren während der Michelsmarkttage auf einem Video-Gerät zu sehen. Die Museumsbibliothek wurde ergänzt und enthielt 1984 93 Bände.

 

1986 gab der Arbeitskreis sein Jubiläumsheft „20 Jahre Bilderausstellung Alt Reichelsheim, 10 Jahre Heimatmuseum Reichelsheim“ heraus.

 

Im Jahr 1988 schaffte der Arbeitskreis für die Verbesserung seiner Archivarbeit einen ersten Personalcomputer an.

 

Zum 25-jährigen Jubiläum seiner Bilderausstellung veranstaltete der Arbeitskreis bis 25. Juli 1991 ein Preisausschreiben, um die bisherige Zahl von 1.200 Bildern in der Sammlung „Alt Reichelsheim“ zu erhöhen und neue aktuelle und historische Aufnahmen zu erhalten. Alle Einsender von Bildern nahmen an der Verlosung von Ballonfahrten, Alpen- und Odenwaldrundflügen, Bahnfahrten und Büchern teil. Die Preisverleihung fand am Michelsmarkt statt. Am 15. Dezember 1991 wurde anlässlich der Fertigstellung der neu gepflasterten Bismarckstraße und des Weihnachtsmarktes eine Diaschau mit Bildern zur Bismarckstraße im Heimatmuseum gezeigt.

 

Von 1996 bis heute

 

Von 1996 bis Mitte September 1999 war das Heimatmuseum wegen der Sanierungsarbeiten am Zent- und Rathaus nur noch eingeschränkt nutzbar bzw. teilweise ganz geschlossen. Die Bilderausstellung „Alt Reichelsheim“ zum Michelsmarkt und die sonstigen Vereinsaktivitäten wurden in beschränktem Umfang fortgesetzt. Der Schwerpunkt der Arbeit lag in diesem Zeitraum auf der Planung der Neukonzeption des Museums. Um die Bevölkerung auf das neue Museum vorzubereiten, fand ab März 1999 in den Zweigstellen Reichelsheim und Beerfurth der Volksbank Gersprenztal eine Computerpräsentation unter dem Thema „Das Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald stellt sich vor“ statt. Verschiedene Presseartikel wiesen ebenfalls auf das Museum und das renovierte Zent- und Rathaus hin.

 

Der größte Teil der bisherigen Exponate wurde dem damals entstehenden Museum Keilvelter Hof in Unter-Ostern als Erstausstattung zur Verfügung gestellt.

 

In nicht zählbaren Stunden haben die Mitglieder des Arbeitskreises Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald (AK RRO) – so nennt sich der seitherige Arbeitskreis seit dieser Zeit – und die Gemeinde Reichelsheim unter Mithilfe anderer Institutionen das Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald (RRO) mit seinen Abteilungen entstehen lassen. Am 12. September 1999 wurde das neue Museumskonzept zum „Tag der offenen Tür“ offiziell vorgestellt.

 

Ende 2003 konnte im angrenzenden Anwesen Bismarckstraße 39 ein Seminarraum mit vernetzten PCs und vollständiger Ausrüstung für Unterricht und Vorträge mithilfe der Gemeindeverwaltung, des Landes Hessen über das Dorferneuerungsprogramm und EU-Fördermittel seiner Bestimmung übergeben werden. Im Obergeschoss des Gebäudes wurde ein Magazin in Selbsthilfe fertig gestellt.

 

> zum Seitenanfang

> zur Startseite