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Abteilung Bergbau um Reichelsheim

im Dachgeschoss, rechts

 

Abteilungsleitung

 

Werner Götzinger

Telefon   06164 913194

E-Mail    geopraktiker@gmx.net

 

 

 

Ein Gang durch die neu gestaltete Bergbauabteilung des Regionalmuseums

Seit August 2008 präsentiert sich die Bergbauabteilung des Regionalmuseums im neuen Kleid und mit neuen Exponaten. Als Informationszentrum des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald stellt das Museum mit seiner umgestalteten Abteilung nun einen direkten Bezug zu den zwei Geopark-Pfaden bei Ober-Kainsbach und bei Rohrbach her.

In den letzten Jahren wurde das Thema „Bergbau, Geologie und Mineralogie“ der Region durch die gute Zusammenarbeit zwischen verschiedenen ehrenamtlichen Akteuren intensiv aufgearbeitet, sodass es sinnvoll erschien, bei der Neugestaltung auch die neuen Erkenntnisse aus der Archivrecherche und der montanarchäologischen Forschungsgrabung der Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald in die Präsentation einzubeziehen.

 

Der Besucher betritt die Ausstellungsräume der Abteilung durch die Nachbildung eines historischen Stahlausbaus aus dem zwischen 1880 und 1904 betriebenen „Alten Stollen“ der Manganerzgrube „Georg“ bei Rohrbach. (Der Stollen mit seinem denkmalgeschützten Portal liegt am Geopark-Lehrpfad „Manganerzbergbau“ und ist mit einer zeitgeschalteten Beleuchtung versehen, durch die der Besucher einen hervorragenden Einblick in den alten Bergbaubetrieb erhält). Zwei große Bildreproduktionen zeigen den Manganerzbergbau-Betrieb an der „Geiswiese“ oberhalb von Bockenrod und eine Gruppenaufnahme der Belegschaft 1890. Die Betrachtung der Gesichter, der Kleidung und der Arbeitswerkzeuge der Bergleute ist faszinierend und verdeutlicht eindrucksvoll die Arbeitsbedingungen im Bergbau der Zeit der frühen Industrialisierung.

Doch nicht nur der Bergbau selbst ist Thema der Ausstellung, sondern auch die Form und Entstehung der Lagerstätten, die im Laufe der 1200jährigen Bergbaugeschichte Reichelsheims erschlossen wurden. Die „Geologische Wand“ zeigt einen Schnitt durch die Eisen- und Manganerzlagerstätte am Übergang zwischen Kristallinem Odenwald und Buntsandstein-Odenwald. Eingreifkästen laden ein, die Rahmengesteine der Lagerstätte selbst in die Hand zu nehmen und ihre Eigenschaften zu erfühlen. Die Nutzung der Lagerstätte wandelte sich mit der Zeit - auf den mittelalterlichen Eisenerzbergbau folgte die industriezeitliche Manganerzgewinnung für die Stahlherstellung (Mangan diente als Stahlveredler). Zuletzt wurde der qualitativ hochwertige Ton, der die Eisen- und Manganerze überlagert, an der „Vier-Stöck“ abgebaut - ein Tagebau, der erst vor zwei Jahren eingestellt wurde. Drehbare Rondelle zeigen die Verwendungsmöglichkeiten der Rohstoffe, die aus dieser Lagerstätte gewonnen wurden.

  

In ähnlicher Weise wurde auf der gegenüberliegenden Seite die weiteren Lagerstättentypen dargestellt. Hier wurden die regionale Geologie (erdgeschichtliche Entwicklung der Region), die Entstehung von aderförmigen „Pegmatit- und Schwerspatgängen“ thematisiert. Während die Feldspat-reichen Pegmatite vor allem Rohstoffe für die Porzellan- und Keramikindustrie lieferten, wurde der Schwerspat unter anderem zur Herstellung weißer Farbe und in der Papierindustrie verwendet. Doch auch hier trifft der Besucher nicht auf „trockene“ lagerstättenkundliche und geologische Theorie: Neben einer frei zugänglichen Gesteinssammlung zeigen manchmal überraschende Verwendungsbeispiele zum Anfassen, was beispielsweise Glimmer mit Elektronenröhren zu tun hat, oder warum man Schwerspat auch in den Gewichten mancher Waschmaschine und in Nadelfilz-Teppichen findet. „Hand anlegen“ und selbstständiges Erkunden und Erforschen möchte die neue Ausstellungskonzeption fördern. Sie eignet sich daher vor allem für Schulklassen und Familien und ergänzt die Beobachtungen in der freien Natur, wie sie auf den beiden Geopark-Lehrpfaden gemacht werden kann.

Eine besondere Faszination übt die neu geordnete Mineraliensammlung des Museums aus: Hervorragende aktuelle Funde zeigen die Eigenarten der Lagerstätten, über eine farbliche Codierung können die Mineralstufen den auf den Tafeln dargestellten Lagerstättentypen und Entstehungsweisen zugeordnet werden. Der Betrachter ist dabei frei, einfach nur die Vielfalt der Formen und Farben zu bewundern oder tiefer in die Materie der Mineralogie einzusteigen. Einen besonderen Akzent setzt die Tischvitrine mit ausnahmslos historischen Stufen aus der Bergbauzeit. Mit dabei ist auch eine Schwerspat-Stufe aus Ober-Ostern mit 30 cm langen, frei gewachsenen Kristallen. Sie ist Leihgabe des Landesmuseums Darmstadt und wird in der Ausstellung bis 2011 zu bewundern sein. Doch nicht nur die großen Mineralstufen sind interessant - kleine Kristalle (so genannte „Micromounts“) sind oftmals unbeschädigt und zeigen eine unglaubliche Vielfalt verschiedener Kristallformen. Um Sie genau unter die Lupe zu nehmen, bedarf es eines Binokulars, und auch das ist in der neuen Ausstellung vertreten. Eine frei zugängliche Kleinsammlung und ein Stereomikroskop erlauben dem Besucher, unter Anleitung selbst in diese Welt des Mikrokosmos einzusteigen. Freilich verlangen sie ihm auch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein für die Ausstattung ab.

Eine Serie von Klapptafeln rundet die lagerstättenkundlichen und geologischen Betrachtungen im unteren Ausstellungsteil ab - sie zeigt die bei Reichelsheim angewendeten Bergbautechniken im Wandel der Zeit und in Abhängigkeit von Lagerstättenform und Landschaft.

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Über eine steile Stiege gelangt man in den neuen Ausstellungsbereich im Dachgiebel. Ein Stollen-Diorama empfängt den überraschten Besucher, der sich hier über die Methoden und Ergebnisse der aktuellen montanarchäologischen Forschungen bei Reichelsheim informieren kann. Der Tagstollen der bei Reichelsheim freigelegten Eisenerzgrube stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert, wurde während des Dreißigjährigen Krieges aufgegeben und um 1666 wieder reaktiviert. Aus dieser Zeit stammen auch die im Diorama eingebauten originalen Holzteile. Eine immer wieder aktualisierte Präsentation zeigt die Fragen, Methoden und Ergebnisse der Forschungen auf

  

Bergbaulehrpfad

 

Das Angebot der Abteilung Bergbau um Reichelsheim wird durch den im Jahr 2005 eingeweihten Geopark-Lehrpfad „Bergbaulandschaft Reichelsheim" in historischer Bergbaulandschaft abgerundet. Mit dem Lehrpfad wurde ein im überregionalen Vergleich didaktisch hochwertiger und fachlich anspruchsvoller außerschulischer Lernort geschaffen. Begeben Sie sich auf die Spurensuche und klären Sie, was von dem einst bedeutenden, doch fast vergessenen Bergbau geblieben ist. Folgen Sie der Lehrpfadmarkierung zwischen den Naturpark-Parkplätzen Vierstöck und Stollwiese, so treffen Sie auf dem landschaftlich abwechslungsreichen, insgesamt 13 km langen Lehrpfad auf siebzehn Informationsstationen.

 

Der Rundweg kann problemlos in zwei Etappen geteilt werden (unterschiedliche Markierung). Vom Parkplatz „Dehnbuche“ zwischen Rohrbach und Mossautal besteht ein markierter Zubringerweg zur Lehrpfad-Route.

 

Nutzen Sie das Angebot der Gastronomiebetriebe entlang des Lehrpfades.

 

Geführte Wanderungen über diesen Lehrpfad können Sie ebenfalls bei uns > buchen.

 

Ausgangspunkte des Lahrpfades sind:

 

- Naturpark-Parkplatz „Vierstöck“ an der B 47 zwischen Reichelsheim und Michelstadt

- Naturpark-Parkplatz „Stollwiese“ bei Rohrbach an der Straße Unter-Ostern - Ober-Mossau

- Naturpark-Parkplatz „Dehnbuche“ bei Rohrbach an der Straße Unter-Mossau - Ober-Mossau

 

Bergbauwanderungen

 

Vom Bergbau, der um 1900 in der Gegend überwiegend eingestellt wurde, gibt es für Kenner der Materie immer wieder interessante Entdeckungen zu machen. Die Abteilungsleiter haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, vor Ort über diese Dokumente zu berichten, Mineralien zu suchen, die Geologie vor Ort zu erforschen und die alten Bergwerksstollen aufzusuchen. Dazu nehmen Sie Besucherinnen und Besucher mit. Daraus haben sich für das Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald die so genannten Bergwerkswanderungen ergeben, die zu fest vorgegebenen Terminen im Laufe des Jahres angeboten werden. Diese Termine können Sie dem > Jahresprogramm entnehmen. Gutes Schuhwerk und der Witterung angepasste Kleidung sind mitzubringen. Die geführten Wanderungen sind kostenlos, um Spenden wird gebeten.

 

Ebenfalls dem Jahresprogramm können Sie unser Angebot „Geologie für Kinder“ entnehmen. Hier werden Kinder unter fachkundiger Anleitung in die Welt des Bergbaus um Reichelsheim eingeführt. Hammer, Meisel und ein Helm (z. B. Fahrradhelm) sowie gutes Schuhwerk und der Witterung angepasste Kleidung sind mitzubringen. Der Teilnehmerbeitrag beläuft sich auf 3,00 EUR pro Veranstaltung.

 

Alle Wanderungen und die Geologie können von Gruppen auch separat > gebucht werden.

 

Informationen zum Ausdrucken

 

> Faltblatt der Abteilung als pdf-Datei mit Übersichtsplan

> Faltblatt zur Bergbauwanderung A als pdf-Datei mit Wanderkarte

> Faltblatt zur Bergbauwanderung B als pdf-Datei mit Wanderkarte

> Faltblatt zur Bergbauwanderung C als pdf-Datei mit Wanderkarte

> Faltblatt zur Bergbauwanderung D als pdf-Datei mit Wanderkarte

Faltblatt zum Bergbaulehrpfad als pdf-Datei mit Wanderkarte;  > Außenteil    > Innenteil  (Achtung: Die beiden Dateien benötigen eine sehr lange Ladezeit)

 

Für die Faltblätter benötigen Sie ein Programm zum Betrachten von pdf-Dateien. Sollten Sie dieses nicht besitzen, können Sie es sich hier kostenlos herunterladen.

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